Stolpersteinverlegung für August Ebinger am 29.05. um 14 Uhr in der Klosterstraße 5

Im Februar 2022 verlegte der Künstler Gunter Demnig die ersten Stolpersteine für die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten jüdischen Germersheimer Menschen.

Nach jahrelanger Diskussion und etlichen Versuchen stimmte der Stadtrat im Herbst 2020 der Verlegung der Stolpersteine zu. Germersheim tut sich nicht leicht mit diesem Teil seiner Geschichte.

Jetzt verlegen wir einen Stolperstein für August Ebinger, einen Germersheimer, der nicht „mitgemacht hat“, sondern kompromisslos der Machtergreifung der Nazis in Germersheim trotzte. Aus Rache wurde an ihm ein Exempel statuiert. Man hängte ihm ein Schmähschild um den Hals und hetzte ihn zusammen mit dem jüdischen Mitbürger Otto Mohr durch die Stadt. Mitbürger standen Spalier.

Er durfte die Pfalz nicht mehr betreten, seine Familie wurde als „Volksschädling“ diffamiert. Nach dem Krieg kehrte er in seine Heimatstadt zurück, übernahm „NS-unbelastet“ das Bürgermeisteramt und leistete mit seiner anerkannten Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft der Stadt unschätzbare Dienste.

Mit dem Stolperstein erinnern wir an einen Mann, der in widrigen Zeiten unter persönlich hohem Opfer die Demokratie verteidigt hat und nach dem Niedergang der Naziherrschaft wieder sofort bereit war, seiner Heimatstadt zur Seite zu stehen. Ein Vorbild, das auch in heutiger Zeit nichts an Bedeutung verloren hat.