Rasante Gitarrenriffs, perfektes Wetter und ein special guest


Rund 1.300 Besucher kamen am 21. Mai zum Konzert in den Lamotte-Park, das der Verein Interkultur Germersheim zum fünfzigjährigen Jubiläum des 2. British Rock Meeting veranstaltet hat. Neben vier Bands, die für Stimmung sorgten, kam auch Veranstalterlegende Marek Lieberberg zu einem Statement auf die Bühne.

Germersheim sei damals eine Inspiration für ihn gewesen, so Marek Lieberberg über das damalige Hippiespektakel. Der inzwischen 76-Jährige blickt voller Nostalgie auf eine seiner ersten Großveranstaltungen, 1972 auf der Germersheimer Insel Grün, zurück. Das damalige Festival kann als die Wiege für alle nachfolgenden ähnlichen Veranstaltungsformate eingeordnet werden. So zum Beispiel Rock am Ring (von Lieberberg in den Achtzigerjahren ins Leben gerufen) Wacken, Hurricane und unzählige weitere Festivalformate. Damit ist die Bedeutung des Festivals von Germersheim für die Entwicklung der Festivalformate elementar und ein geschichtsträchtiger Meilenstein für die Stadt selbst. Bürgermeister Schaile begrüßte Herrn Lieberberg bei der Ankunft und überreichte ein Geschenk im Namen der Stadt. Er betonte im Gespräch mit Lieberberg die Bedeutung des Festivals für die Stadtgeschichte, was in der Vergangenheit leider nicht erkannt worden war.

Nach Besichtigung der Ausstellung „50 Jahre Insel Grün“ in der Grabenwehr in Begleitung von Marcus Schaile stellte sich der damalige Veranstalter auf der Bühne den Fragen von Radiomoderator Christian Besau, der durch diesen besonderen Abend führte. Dabei kamen so manche Festivalanekdote und interessante Details ans Licht, etwa dass damals nicht 70.000 Besucher nach Germersheim gekommen waren, sondern rund 110.000. Das wurde so nie mehr bei anderen Festivals erreicht. Atomic Rooster und Buddy Miles gerieten über den Zeitpunkt ihres jeweiligen Auftritts in Streit. Letztendlich durften aufgrund der Zustimmung von tausenden schlaftrunkenen Besuchern, die zu einer basisdemokratischen Abstimmung aus den Schlafsäcken geholt wurden, Atomic Rooster mitten in der Nacht zuerst auftreten. Am frühen Morgen dann der Buddy Miles Express mit dem besten Auftritt seines Lebens, so Lieberberg. Er bezeichnet dies als sein persönliches musikalisches Highlight. Die Ausstellung inklusive Film in der Grabenwehr hält Lieberberg für großartig. Ein Muss für die Übergabe an das Stadtmuseum.

Den musikalischen Auftakt des Festivals um 16.30 Uhr bildete Chris Brandon (alias Christian Besau) mit seiner markanten, vor Energie sprühenden Stimme und einem Schuss Rhythm and Blues. Gegen 18 Uhr folgte der Auftritt der Pforzheimer Band Blueprint mit einer Verneigung vor dem Werk des irischen Ausnahme-Gitarristen Rory Gallagher, der beim 2. British Rock Meeting 1972 ebenfalls nach Germersheim gekommen war.

Im Anschluss daran kam Marcus Schaile zu einem Grußwort auf die Bühne und ließ den damaligen Meilenstein der Stadtgeschichte noch einmal Revue passieren. Er bedankte sich für die tolle Arbeit des Vereins Interkultur und seines Orga-Teams rund um Bernd Meinke und sagte eine spontane Spende von 1.000 Euro zu.

Anschließend gaben die Lokalmatadore Siegmayer & the Teachers Deutschsprachiges, Souliges, Grooviges, auch mal Rock oder Bluesiges zum Besten und heizten vor den Headliners echoes noch mal ordentlich ein.

Danach stellte sich das fünfköpfige Orga-Team auf der Bühne vor, dem dieses unvergessliche Jubiläumsfestival zu verdanken war. Treiber und Mentor der Jubiläumsveranstaltung war Bernd Meinke, der das alles mit seiner Beharrlichkeit möglich gemacht hat.

Den krönenden Abschluss des Festivals bildete die legendäre Pink-Floyd-Tributeband echoes aus Aschaffenburg. Spätestens mit Klassikern wie Wish You Were Here, Another Brick in the Wall und Echoes ließen sie für die Zuschauer den Spirit des „pfälzischen Woodstock“ 1972 wieder aufleben. Nach mehreren Zugaben der echoes endete das Festival gegen Mitternacht.

Die Resonanz bei den Zuschauern war riesig. Ein Besucher aus Engelsbrand im Nordschwarzwald meinte, dass beim Ausklang des Abends mit der Zugabe der echoes bei ihm die vergangenen 50 Jahre wie ein Film abliefen. Schon allein deshalb habe sich der Besuch gelohnt.

Das Festival wurde von einem kleinen, aber feinen Hippiemarkt umrahmt. Ordnungskräfte, Feuerwehr und Rotes Kreuz waren hochzufrieden mit dem reibungslosen Ablauf. Zwischenfälle gab es keine.

Der Verein Interkultur dankt allen Sponsoren und Partnern – Sparkasse Südpfalz, Stadtwerke Germersheim, Pit Reisebüro, Physiotherapie Holger Müller, Fa. Freyer, Fa. Scherer u.a., der Stadt Germersheim für ihre vielfältige Unterstützung, Megasound für mega Ton und Licht sowie SzeneClubbers Events für 1a Bewirtung.