Germersheim liest vor

Interkultur, der Kinderschutzbund und der Türkische Elternverein Germersheim suchen Menschen, die Lust am Vorlesen haben!

Deutschland liest vorWer selber ein Bücher-Fan ist, für den ist ganz selbstverständlich: Lesen macht Freude. Aber Kinder werden nicht als kleine Leseratten geboren. Manche von ihnen verbinden Lesen eher mit Frust. Und manche haben große Probleme beim Lesen. Eltern und Pädagogen wissen, wie schwierig es ist, gerade diejenigen Kinder für das Lesen zu begeistern, die es nicht gewohnt sind, ein Buch nur zum Spaß aufzuschlagen. Aber es ist wichtig, Kinder zum Lesen zu motivieren und in ihnen die Freude am Lesen zu wecken. Denn: Lesen beflügelt nicht nur unsere Phantasie und ist eine erfüllende Freizeitbeschäftigung. Lesen fördert auch die individuelle sprachliche Entwicklung, es ist Voraussetzung für Lernen und Verstehen und eine Grundlage für unsere Fähigkeit zur Kommunikation. Nur wer lesen kann, kann Medien nutzen. Lesen ist eine Schlüsselqualifikation – es ist unverzichtbar für die gesamte schulische und berufliche Laufbahn eines Menschen.
Eine ideale Möglichkeit, Kinder zum Lesen zu motivieren, ist das Vorlesen. Vorlesen kann positive Erlebnisse in Zusammenhang mit Büchern vermitteln, denn Vorlesen bedeutet Begegnung und Geborgenheit. Vorleserinnen und Vorleser schenken ihren jugendlichen Zuhörern Aufmerksamkeit und persönliche Zuwendung und sie sind Vorbilder – wer Lese-Vorbilder hat, liest auch selbst eher. Vorlesen kann eine wahre Entdeckungsreise für Kinder sein: Spielerisch werden sie an Geschichten und Bücher herangeführt, ihre Vorstellungskraft wird ebenso geschult wie ihre Konzentrationsfähigkeit. Beim Zuhören lernen Kinder die Sprache kennen – und alle Schätze, die Literatur in sich birgt: Wissen, Erfahrung, Kultur, Spannung und Unterhaltung.
Lesenkönnen ist eng an das Lesenwollen geknüpft. Deshalb möchte die Initiative „Germersheim liest vor“ Kinder zum Lesen motivieren und über das Vorlesen die Freude am Lesen wecken. Ganz nebenbei werden so auch Geduld, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit trainiert. Das erleichtert den Kindern das Lesenlernen in der Schule und erhöht die Chancen der kleinen Zuhörer auf eine erfolgreiche Schul- und Ausbildungszeit. Vorlesen erweitert den Wortschatz und ist damit auch aktive Sprachförderung. Da Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache besser lernen, wenn sie auch ihre Muttersprache beherrschen, werden neben deutschen Muttersprachlern auch Vorleserinnen und Vorleser gesucht, die Kindern in den Muttersprachen Türkisch, Russisch, Polnisch etc. vorlesen können.
Interkultur Germersheim und der Kinderschutzbund haben die Initiative „Germersheim liest vor“ 2005 gemeinsam ins Leben gerufen, um Kinder in Ergänzung zu Familie, Kindergarten und Schule und ohne Leistungsdruck an Bücher heranführen. Seit 2008 beteiligt sich auch der Türkische Elternverein TEG an der Organisation. Zielgruppe sind Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Als Vorleserinnen und Vorleser kommen Menschen jeden Alters und Angehörige aller Berufsgruppen in Frage. Einzige Voraussetzung: Lust und Spaß am Vorlesen! Vorgelesen wird in der Stadtbibliothek zu einem festen Termin ein- oder zweimal in der Woche, wobei sich die Vorleser jeweils abwechseln. Die Vorlesestunden finden während der regulären Öffnungszeiten der Bibliotheken statt, sind kostenlos und offen für alle.

Organisation und Ansprechpartner:

Einteilung in der Eduard-Orth-Schule:
Susanne Himken (Kinderschutzbund), Tel. 779928, uebersetzerteam@gmx.de

Einteilung in der Stadtbibliothek:
Verónica Abrego (Interkultur), Tel. 77500,

Türkische Vorlesestunden in der Stadtbibliothek:
Tayyure Dündar (Türkischer Elternverein), Tel. 0 72 74 / 29 27

Einteilung im Stadtteilladen:
Veronika Steinmetz

Einteilung in der Lern- und Spielstube:
Markus Terner (Kinderschutzbund), Tel. 0176/24736011

Vorleseorte:

Eduard-Orth-Schule
Stadtbibliothek: Jakobstr. 12, Tel. 07274/960620
Stadtteilladen: Kleine Au N° 8, Tel. 07274/707741 oder 07274/704998 (Büro Herr Fix)
Lern- und Spielstube, Im alten Hafen, Tel. 919869

Einteilung der VorleserInnen:

Einteilung von November 2005 bis Februar 2006

Unterlagen für VorleserInnen:

Bücher zum Vorlesen
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Sonntagscafé

Jeden Sonntag ist unser Vereinshaus von 14.00 bis 18.00 Uhr, in der heißen Jahreszeit von 15.30 bis 19.30 Uhr, im Stadtpark bei Kaffee und Kuchen geöffnet. Wir freuen uns, wenn unser Haus zu einer Anlaufstelle für alle wird, die sich über unsere Vereinsarbeit informieren oder sich einfach mit anderen austauschen möchten.
Unter Veranstaltungen finden Sie Informationen zu den Bildern oder Werken, die derzeit im Haus Interkultur ausgestellt werden und die Sie bei dieser Gelegenheit im Vereinshaus bewundern können.
Übrigens, alle Mitglieder, die gerne einen Sonntagnachmittag im Haus bestreiten oder einen Kuchen spenden möchten, sind hiermit herzlich dazu eingeladen. Terminabsprache mit Verónica Abrego, Tel. 07274/77500.
Sonntagscafé
Sonntagscafé
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Quelle: Disclaimer von Sören Siebert – Anwalt Internet

Kunst im Sonntagscafé

Leuchtturm
Vom 6. November – 11. Dezember 2005 werden im Haus Interkultur (Lamottepark, Germersheim) Acrylbilder der Germersheimerin Ulrike Quast-Paashaus zu sehen sein. Die Eröffnung findet in der Museumsnacht am 4. November 2005 um 19:45 Uhr statt und ist ab 6. November sonntags von 14 – 18 Uhr zu besichtigen.
Ulrike Quast-Paashaus zu ihren Werken:
Als ich vor etwa 7 Jahren mit dem Zeichnen begann, hatte ich noch wenig Ahnung von den landschaftlichen Schönheiten, den bunten Hausfassaden und geselligen Pubs, die mich später so sehr zum Malen inspirieren sollten. 1961 in einem kleinen Dorf im Kreis Bad Kreuznach geboren, lebe ich seit 1985 mit meiner Familie in Germersheim. Erst mit 38 Jahren übte ich mich im Zeichnen und entdeckte kurz darauf die Acrylfarben für meine oft sehr detailgetreuen Malmotive. Schon vor meinem 1. Besuch in Irland hatten mich diverse Reisebeschreibungen über die grüne Insel zum Malen inspiriert. Besonders die zahlreichen malerischen Pubs hatten es mir angetan. So entstand eine kleine Sammlung von Bildern, die von einer Insel erzählen, die unendlich mehr Motive für Maler bereithält. Etwa zur gleichen Zeit machte sich neben diesem Hobby eine andere Leidenschaft in mir breit, die mich schließlich zu einer Theater spielenden Komödiantin werden ließ. Diese humorige Eigenschaft findet sich dann auch in einigen meiner frühen Bilder wieder. Diese Ausstellung, meine zweite überhaupt, ist für mich erst der Anfang einer (malerischen) Liebe zu einem Land, das mich nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell sehr beeindruckt hat.

Museumsnacht

Interkultur trägt in diesem Jahr wieder zur Museumsnacht am 4. November 2005 bei:
Um 19.45 Uhr wird Ulrike Quast-Paashaus‘ Ausstellung Reif für die Insel – Eine malerische Liebeserklärung an Irland eröffnet.
Ab 20 Uhr gibt es zu jeder vollen Stunde bis 1 Uhr Live-Musik: Katja Tuleweit (Gesang) und Benno Burkart (Gitarre) spielen Melodien aus Klassik, Jazz und Oper.
An Kulinarischem erwarten Sie süße und herzhafte Flammkuchen aus dem Holzofen sowie Wein und Glühwein.

Kalender „Germersheimer Zeiten 2007“

Die neue Ausgabe des Germersheimer Jahreskalenders ist da!

Festungsfest 2007, Straßenfest, Zuckerfest und Ferienbeginn – das sind nur einige der Termine, die dieser Kalender übersichtlich präsentiert. Der von Interkultur Germersheim herausgegebene Kalender im Posterformat (60 x 90 cm) enthält einen Überblick über alle christlichen, muslimischen und jüdischen Feiertage, die Schul- und Semesterferien und die wichtigsten bei der Stadt für 2007 gemeldeten Germersheimer Veranstaltungen. Der Kalender ist nicht nur ein gelungenes Aushängeschild für die Stadt, sondern bietet auch reichlich Platz für eigene Eintragungen.
Der Kalender ist bei der Unibuchhandlung Hilbert, bei Brillen-Hammer, dem Copy-Service an der Uni, Haasies Radschlag, dem Reisebüro PIT und in der Stadtbücherei Germersheim für 4,- € erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf dieses Kalenders kommt den Sprachförderprojekten von Interkultur zugute.
Kalender Germersheimer Zeiten 2007

Menschen in Germersheim

Etwa 20 000 Einwohner sind in der alten Garnisonsstadt am Rhein in den städtischen Unterlagen registriert. Ein Teil davon lebt in Familien, die seit mehreren Generationen schon am Ort sesshaft sind und somit den ursprünglichen Charakter der Gemeinde geprägt haben. Immer wieder, so kann man im Geschichtsbuch über Germersheim erfahren, gab es Zuwanderungen, die teils nur kurze Zeit wohnhaft wurden, teils sich auf Dauer niedergelassen haben. Namen auf Grabsteinen des Friedhofs lassen darauf schließen, daß die Vorfahren der Verstorbenen aus anderen Regionen Europas stammen mussten. Insbesondere nach dem letzten großen Krieg galt es, den zahlreichen Flüchtlingen ein neues Zuhause zu schaffen. Das Zusammenleben mit Fremden hat also Tradition in der Rheinstadt. Warum tut man sich heute so schwer mit den in den letzten Jahren zugezogenen Menschen auf einen „gemeinsamen Nenner“ zu kommen? Was macht die Fremden heute fremder als früher? Ist es die Sprache, die die „Eingeborenen“ nicht verstehen? Gibt es Gewohnheiten, die im bisherigen Erfahrungsschatz nicht vorhanden waren? Das knappe Gut Erwerbsarbeit soll auch Zugereisten zugeteilt werden? Einige von vielen Fragen, die sich Germersheimer stellen mögen. Warum sind die Leute so abweisend? Kann ich hier jemals heimisch werden, mich wohl fühlen? Welche Chancen werden meine Kinder haben? Solche Fragen dürften sich den Neubürgern aufdrängen.
Haben die unterschiedlichen Gruppen überhaupt ein Interesse daran, sich gegenseitig besser kennenzulernen? Wie könnte ein anderes Klima des Zusammenlebens entstehen, so dass sich alle hier lebenden Menschen als Germersheimer eingebunden fühlen in „ihre Stadt“? Wenn aus fast allen Bevölkerungskreisen eine gewisse Unzufriedenheit mit dem IST-Zustand zu hören ist, muss überlegt werden, worin die Ursachen zu finden sind.
Solche Überlegungen führten einige engagierte Frauen und Männer dazu, mit dieser Aufgabenstellung einen Verein zu betrauen und diesen als Interkultur Germersheim e.V. ins Leben zu rufen. Sie denken, auf diesem Weg vielen Gleichgesinnten damit ein Forum bereiten zu können, in dem Wege aus dem Nebeneinanderherleben zu einem Miteinanderleben gesucht und vielleicht auch gefunden werden.

Sprachförderung im Kindergarten

In den letzten Jahrzehnten hat sich in Germersheim in einigen Kindergärten der Anteil der Kinder aus „bildungsfernen“ Schichten so stark erhöht, dass teilweise über 50% der Kinder zusätzliche Zuwendung benötigen, wenn sie überhaupt eine Chance in der Schule haben sollen. Mit den althergebrachten Mitteln können Schulen und Kindergärten in dieser Situation den Kindern nicht mehr so gerecht werden, wie es nötig wäre. Interkultur e. V. hat sich 2001 deshalb entschlossen, in diesem Bereich aktiv zu werden. Aber wie sollte und konnte unser Beitrag aussehen?
Mit den gezielten Aktionen an Schulen und Kindergärten „wildert“ der Verein in Bereichen, die eigentlich von öffentlichen Institutionen hinlänglich betreut werden müssten. Dabei übernehmen wir teilweise auch Aufgaben, bei denen ein Verein durch die ehrenamtliche Basis und die unsichere Finanzierung nicht die nötige Kontinuität garantieren kann. Langfristig werden wir uns deshalb darauf konzentrieren, mehr Bewusstsein für die Bedürfnisse der Kinder zu schaffen, bei den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, bei den ErzieherInnen und LehrerInnen und bei den Eltern. Nur weil es schon immer so war, dass Migrantenkinder bei uns wenig Chancen haben, darf das nicht so bleiben. Und dort, wo Eltern nicht helfen können oder wollen, müssen wir alle einspringen, denn die Kinder sind unser aller Zukunft.
Im Verbund mit Professor Reich von der Universität Koblenz-Landau und Dekan Lamotte als Vertreter des Kindergartenträgers ist es uns dann gelungen, dem Team des Kindergarten Regenbogens die Entwicklung eines fundierten Sprachfördermodells zu ermöglichen (s. Regenbogenprojekt). Unser Weg begann sich abzuzeichnen. Das Kindergarten-Team hat drei Jahre lang in unzähligen Workshops und Teamsitzungen mit Unterstützung durch die Universität Landau Sprachfördergrundsätze und -techniken für eine mit dem Kindergarteneintritt beginnende durchgängige Sprachförderung entwickelt, von denen auch andere Kindergärten profitieren können. Die Ende 2009 erstellte Dokumentation zum Projekt ist auch für Laien interessant und als gedruckte Ausgabe beim Verein erhältlich. Senden Sie eine Mail an doro@verein-interkultur.eu sein, wenn Sie gern die PDF mit der Dokumentation hätten. Das Projekt wurde finanziell vom Bildungsministerium des Landes, der Robert-Bosch-Stiftung, der Innovations- und Zukunftsstiftung der Sparkasse, der Nolte GmbH und dem Lions Club Germersheim unterstützt.
Auf unsere Anregung hin ist es auch gelungen, das HIPPY-Projekt in Germersheim zu starten. Das Projekt läuft unter der Trägerschaft des Kinderschutzbundes Germersheim und wird vom Kreis, von der Stadt, vom Kinderschutzbund, von der Star Care-Stiftung und anderen unterstützt. Stadt und Kreis übernehmen einen Großteil der Finanzierung, der Kinderschutzbund muss jedoch weiterhin jedes Jahr für neue Sponsoren sorgen und freut sich von daher sehr über Spenden und Patenschaften.
Wir sind dankbar für jede ideelle oder finanzielle Unterstützung und freuen uns über neue Anregungen und Ideen. Alle Aktionen bewirken nicht mehr als sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, aber sie sind Schritte in die richtige Richtung: Germersheim macht seine Kinder fit. Helfen Sie mit!